Gelesen zum G8/G9-Konflikt: „Über den ‚Runden Tisch‘ gezogen“

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Am 5. Mai dieses Jahres kam der von der Ministerin für Schule und Weiterbildung einberufene Runde Tisch zum G8/G9-Konflikt erstmals zusammen. Am 3. November beschloss er diverse Empfehlungen zur „Optimierung“ von G8. Diese Empfehlungen reihen sich ein in das Innovationstamtam und den Administrationrummel, welche im Schulwesen von NRW vorherrschen (und welche wir am Beispiel der bisherigen kläglichen G8-Optimierungsversuche des Schulministeriums illustriert haben).
Wir werden dies demnächst genauer beleuchten. Einstweilen sei auf den Artikel „Über den ‚Runden Tisch‘ gezogen. Die Düsseldorfer Runde zum G9 entpuppt sich als ‚Gefälligkeitskundgebung‘ der G8-Befürworter“ von Hans Peter Klein verwiesen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2014, S. 8, online hier: http://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/ueber-den-runden-tisch-gezogen.html). Darin heißt es:

Dabei stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass die von den Elterninitiativen gewünschte Rückkehr zu G9 überhaupt nicht auf der Tagesordnung stand. […]
Da sachhaltige oder pädagogische Argumente für die Verweigerung von G9 für die Gymnasien weitgehend fehlen, wurde den Teilnehmern am „Runden Tisch“ eine in diesem Jahr erschienene Studie vorgelegt […] Solche Studien hinterlassen sowohl bei Politikern, der Öffentlichkeit als auch bei den Anwesenden des „Runden Tisches“ eine nachhaltige Wirkung, weil dort der Irrglaube herrscht, Studien seien von Gott gegeben und über jeden Zweifel erhaben.

Der Autor kommt zu folgendem Schluss:

Mit der zusätzlich verordneten Kompetenzorientierung […] birgt sie [die Schulzeitverkürzung] einen bildungspolitischen Sprengstoff, der auch die Hochschulen und die Wirtschaft beschädigen könnte.