Philologen-Verband NW: Unverständliche Fehler beim Zentralabitur Mathematik!

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder — der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (Phv NW) teilt auf seiner Homepage mit:

Unverständliche Fehler beim Zentralabitur Mathematik!
Schülerinnen und Schüler sind die Leidtragenden –
Philologen-Verband erwartet statt Beschwichtigung eine seriöse und selbstkritische Bestandsaufnahme

Immer mehr Schülerinnen und Schüler wenden sich in den letzten Tagen Rat suchend und nicht selten verzweifelt an den nordrhein-westfälischen Philologen-Verband. […] Auch Kolleginnen und Kollegen bekunden ihren Unmut über die Aufgabenstellungen bei der Grundkursklausur Mathematik und sind verärgert über die Pannen im Bereich der Analysis.
[…]

„“Die Erfahrungen der letzten Jahre lehren, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler gerade im Rahmen des Zentralabiturs Mathematik erwarten müssen, dass die zentral gestellten Aufgaben mehrfach sorgfältig kontrolliert werden und das Ministerium seine Verantwortung ernst nimmt. Alle müssen sich darauf verlassen können, dass die Aufgaben konzeptionell und im Schwierigkeitsgrad nicht zu beanstanden sind. […].““, äußert der Verbandsvorsitzende, Peter Silbernagel, sein Unverständnis über diese Abitur-Panne.

Der Philologen-Verband nimmt jedes Einzelschicksal sehr ernst […]. […] Bereits kleinere Verwerfungen im Abitur können für die betroffenen Schülerinnen und Schüler gravierende Folgen für ihre berufliche Laufbahn bedeuten.

April, April! Diese Pressemitteilung (Quelle unten) ist nicht ganz aktuell; sie stammt vom 13. Mai 2011. So reagierte damals der Philologen-Verband auf die Panne im Zentralabitur 2011, als sich herausstellte, dass zwei der Abituraufgaben für den Grundkurs Mathematik Funktionenscharen enthielten, obwohl diese laut Vorgaben nicht für den Grundkurs, sondern nur für den Leistungskurs vorgesehen waren.
Auch die (fast) alljährliche Fixvektorpanne besteht darin, dass ein Unterrichtsinhalt, der laut Lehrplan und Vorgaben nur für den Leistungskurs vorgesehen ist, in Abiprüfungen für den Grundkurs vorkommt (siehe unseren Beitrag „Warum die Fixvektorpanne eine Panne ist“). Lehrplan und Vorgaben sind geltendes Recht. Grundkursprüfungen, die Fixvektoren/stationäre Verteilungen zum Gegenstand haben, sind somit unzulässig (= rechtswidrig).

2011 — das waren noch Zeiten! Da wiesen der Phv-Vorsitzende Peter Silbernagel und der Phv-Pressesprecher Klaus Schwung (heute auch stellvertretender Vorsitzender) das Schulministerium mit deutlichen Worten entschlossen und heldenhaft in die Schranken: „Ärgernisse, wie sie jetzt wiederum auftreten, dürfen einfach nicht vorkommen“, so Silbernagel. Jürgen Baues, damals stellvertretender Vorsitzender, sagte laut der Neuen Westfälischen: „Fehler können immer mal auftreten. Hier ist jedoch das Ärgerliche, dass der Fehler daraus entstanden ist, dass verbindliche Vorgaben nicht berücksichtigt wurden.“
Warum reagiert der Philologen-Verband heute nicht genau so wie 2011? Wie viel Kreide haben die Herren und Damen Philologen gefressen? Und warum? Droht die böse Schulministerin dem Phv etwa damit, sofort alle Gymnasien in Gesamt- oder Sekundarschulen umzuwandeln, wenn er sich zu kritisch zeigt? Oder nimmt der Philologen-Verband NW Einzelschicksale und die Vorgaben fürs Zentralabitur nur dann ernst, wenn es opportun ist?

Unverständliche Fehler beim Zentralabitur sind das eine, unverständliches Ignorieren von eklatant-unverständlichen Fehlern das andere…

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Quellen: