iPads für Lemminge!

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Wer als Lehrer seinen Unterricht mit digitalen Medien pimpen will, dem empfehlen wir eine offizielle Fortbildung. Auf der Seite suche.fortbildung.nrw des Schulministeriums finden sich in der Kategorie „Lernmittel- und Medienberatung“ diverse Angebote (412 an der Zahl, während es in der Kategorie „Schulkultur entwickeln, Demokratie gestalten“ 158 Fortbildungsangebote gibt — was ist eigentlich wichtiger?). Zum Beispiel:

  • Schulleiter/innendienstbesprechung Förderschulen und Grundschulen

    iPads im Unterricht – Medienkompetenzen fördern und Lernprozesse zeitgemäß gestalten

  • S I und II: H5P eine schlichte Formel für ein gewaltiges Werkzeug

    Lückentexte, Drag and Drop, interaktive Videos (mit eingebautem Quiz) oder Online-Memory: Verschiedenen Inhaltstypen sind miteinander kombinierbar, sodass vielfältige Lehr- und Lerninhalte entstehen. Inhalte werden direkt auf der frei und kostenlos zugänglichen H5P-Website erstellt und anschließend über einen Code in den Quelltext des eigenen Blogartikels eingefügt. Alternativ lässt sich H5P auch als Plugin in eine Drupal, WordPress oder Moodle-Installation integrieren [das ist allerdings nicht das Thema der Einführungsveranstaltung in H5P].

  • “Visions of the future”: How to turn digital immigrants into digital natives?

    Während unsere Schülerschaft als sog. digital natives aufwachsen, fühlen sich viele Lehrerinnen und Lehrer noch als digital immigrants. Die fortschreitende Digitalisierung geht uns alle an und ein Unterricht, der den Ansprüchen des Medienkompetenzrahmens NRW Rechnung tragen soll, braucht folglich „digitalisierte“ Lehrkräfte.
    Die o. g. VA setzt sich zum Ziel, Unsicherheiten und Vorbehalte in Bezug auf digitalisierten Englischunterricht abzubauen und am Beispiel des Abiturthemas „Visions of the future: utopia and dystopia “ zu zeigen, dass digitale Medien den Fachunterricht bereichern.

  • Twitter für Einsteigerinnen und Einsteiger – die Plattform für Ihr persönliches Lernnetzwerk

    Das informelle Lernen über die persönlichen Lernnetzwerke gewinnt innerhalb dieser neuen Rahmenbedingungen von Bildung an Bedeutung. Die Netzwerke sind dabei nicht nur auf die Face-2-Face-Kontakte innerhalb des Kollegiums oder des regionalen Zusammenarbeitens beschränkt. Im Gegenteil: die kollegiale Kommunikation über SocialMedia-Kanäle hilft auch überregional, Unterricht, Lehrerinnen- und Lehrerrolle und schulische Veränderungsprozesse begleitend zu reflektieren, zu entwickeln und zu dokumentieren.

  • Unterrichten mit dem Tablet – wie geht das eigentlich?

    In dieser Fortbildung lernen Sie typische Einsatzmöglichkeiten für das Tablet in unterschiedlichen Unterrichtsphasen (Einstieg, Erarbeitung, Sicherung) oder auch für die Projektarbeit kennen.
    Dabei geht es um die Nutzungsmöglichkeiten für Lehreinnen und Lehrer sowie auch für Schülerinnen und Schüler.
    In der Fortbildung können wir auf unterschiedliche Erfahrungsstufen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen.

Eine Fortbildung „Risiken und Nebenwirkungen von digitalen Medien“ gibt es nicht (wobei wir fairerweise zugeben müssen, dass sich das Wort „Risiken“ oder eine Variante bei immerhin sechs der 412 Fortbildungen im Beschreibungstext findet, d.h., wenn die Suchmaschine richtig funktioniert). Dabei pfeifen es mittlerweile die Spatzen von den Dächern:

  • Die Politik stattet zunehmend mehr Schulen mit Rechnern aus. Doch das digitale Klassenzimmer hält nicht, was es verspricht, warnen internationale Studien. […]
    Vielleicht haben wir in ein paar Jahren die Daten, welche die Überlegenheit des iPads über den PC oder gar den Lehrkörper beweisen. Doch flüstern die hier zitierten Studien, dass Technologie keinen Königsweg trassiert. Der Economist liegt erst einmal richtig: „iPads zu verschenken, erlaubt es Politikern, sich damit zu brüsten, dass sie so die Schulen ins 21. Jahrhundert bugsieren. Das heißt freilich nicht, dass die Tablets eine sinnvolle Investition hergeben.“

    (aus Alle Kinder werden klug. Her mit dem iPad!)

  • Silicon Valley ist das Tech-Mekka der Welt. Doch ausgerechnet im Zentrum des digitalen Fortschritts gibt es Eltern, die für ihren Nachwuchs altmodische Klassenzimmer und Schulen mit wenig Computer-Einsatz favorisieren.

    (aus: Kreide und Schultafel statt Computer im Silicon Valley)

Eine ganze Sammlung von Beiträgen über Risiken und Nebenwirkungen digitaler Medien findet sich übrigens auf der Internetseite „Feltens Pädagogische Palette“.

1 Kommentar

  1. Achim Brauer

    Ich habe im Stadtrat nachgefragt, wann denn wohl die KI (künstliche Intelligenz) in Bergheim höher sein wird als die NI (natürliche Intelligenz. Die Antwort aus dem IT Bereich war 2035! Die Nachfrage, ob es an der geringen NI oder der hohen KI liegen wird, habe ich mir erspart. Ich bin auch nicht sicher, ob die Antwort wirklich ernst gemeint war.

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