NRW-Innenminister empfiehlt: Fehler auch mal zugeben!

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Liebe Landesregierung, dann fangt mal beim Zentralabitur damit an!

Mitte Oktober fand in Pulheim bei Köln eine Gesprächsrunde statt, zu der die dortige Junge Union und die Senioren-Union eingeladen hatten — Titel: „Für eine starke Demokratie“.1 Unter anderem nahm der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), daran teil. Laut Kölner Stadt-Anzeiger vom 21.10.2019 (Ausgabe Rhein-Erft, „Demokratie in der Krise“, Seite 30) sagte er:

Politiker sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wir müssen beweisen, dass wir können, was wir sagen, und nicht einfach das Blaue vom Himmel versprechen. […] Man muss auch mal das Maul halten und — was unangenehm sein kann — auch eingestehen, Fehler gemacht zu haben.

Schön wäre es, wenn diese Worte im Ministerium für Schule und Bildung beherzigt würden. Wie wir berichtet haben, gab es im Zentralabitur 2019 eine äußerst fragwürdige Teilaufgabe in der Mathematik-Prüfung. Das Ministerium hat diese Prüfung im September veröffentlicht, ohne auf das Problem hinzuweisen. Franz Diepenbrock, Mathematik-Professor (i. R.), schreibt dazu:

Wenn dann aber vom NRW-Schulministerium die nachträglich erkannten Probleme der Aufgabe bei der Bereitstellung der Originalaufgaben und Modellösungen völlig unkommentiert bleiben und somit verschwiegen werden, dann kann das nicht als akzeptabel bezeichnet werden.

Lieber Herr Innenminister, bitte wirken Sie auf das Schulministerium ein, dass es Fehler im Zentralabitur eingesteht! — Wenn in einem Staat Probleme verschwiegen werden, hat das mit einer „starken Demokratie“ wenig zu tun.



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  1. Berichte von der Veranstaltung „Für eine starke Demokratie“ finden sich online hier und hier.

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